Das Thema der A61 und der damit einhergehenden Belastung für die Ortschaften der VG Langenlonsheim-Stromberg ist eine fast schon unendliche Geschichte, die sich seit Jahrzehnten durch die Amtszeit vieler Verbands‑, Stadt- und OrtsbürgermeisterInnen zieht. Die Autobahn ist bekanntermaßen Segen und Fluch gleichzeitig: Auf der einen Seite schließt sie die neue VG an die “weite Welt” an und garantiert eine hervorragende Infrastruktur, auf der anderen Seite bringt die A61 auch Lärm, Belastung und schließlich regelmäßig verstopfte Straßen in den Ortsgemeinden sowie der Stadt mit sich.
Bei jedem Stauereignis zeigt sich ein identisches Schauspiel: Die Fahrzeuge verlassen die Autobahn an der ersten sich bietenden Ausfahrt (Dorsheim, Waldlaubersheim, Stromberg) und irrlichtern auf der Suche nach einer Umfahrung durch nahezu alle Ortschaften, die mehr oder weniger parallel zur Autobahn liegen. Die Folgen für die Bevölkerung bewegen sich hier nicht auf dem Niveau von “Komfortverlust”, vielmehr stellen sich durch die komplett und nachhaltig verstopften Ortsdurchfahrten viel dramatischere Probleme dar: Es findet eine völlige Stilllegung des Verkehrs statt! Die teilweise sehr engen (historischen) Straßen sind nur bedingt geeignet, Begegnungsverkehr aufzunehmen und schon gar nicht in der Lage, entgegenkommenden LKW-Verkehr abzubilden.
Es gibt in diesen Fällen keine Bewegung mehr, die Ortschaften wie die Stadt sind über Stunden hin lahmgelegt und blockiert; weder Feuerwehr noch andere Rettungsdienste können bei Notwendigkeit in die Orte einfahren. Es bleibt einem zu Hilfe eilenden Notarzt keine andere Wahl, als am Ortsrand zu parken (so er es bis dahin schafft) und von dort aus zu Fuß zur Einsatzstelle zu laufen. Dass in dieser Situation kein Einwohner sein Haus verlassen kann um bspw. zur Arbeit zu fahren, ist systemimmanent.
Wie sähen Lösungsansätze aus?
Die vergangenen Jahre waren geprägt von einer konsequenten Ignorierung der gesamten Problematik auf Seiten der verantwortlichen Stellen in Land und Bund. Anschreiben, egal ob von BürgermeisterInnen, Räten, BürgerInnen oder Initiativen, blieben weitestgehend unbeachtet oder wurden mit wohlwollenden Floskeln beantwortet. Erstmals im Jahre 2018 wurde dem Thema auf Kreisebene Beachtung geschenkt und erste Korrekturen eingeleitet.
Als Forderung stehen vergleichsweise einfache Maßnahmen im Raum. Es geht keineswegs darum, kostspielige Umgehungsstraßen zu planen oder den Verkehr von Ort A nach Ort zu verlagern – das sind keine nachhaltigen Ansätze. Vielmehr können einzelne, kleine Schritte in Erwägung gezogen werden:
- Schaltung der elektronischen Anzeigen auf den Schilderbrücken dergestalt, dass im Falle von Staubildung den LKWs bedeutet wird, die Autobahn NICHT zu verlassen. Es bringt eine deutliche Entspannung, wenn “nur” noch der PKW-Verkehr anrollt, denn der blockiert nicht bei Begegnungsverkehr oder in engen Ortsstraßen.
- Diese Vorgabe muss durch die Vollzugskräfte des Landes kontrolliert werden, ggf. auch durch Sperrung der Abfahrten. Die Vollsperrung der A61 zum Zweck der Demontage einer Brücke nahe Daxweiler hat gezeigt, dass dies möglich und machbar ist.
- Ausschilderung von sinnvollen (!) Umleitungsstrecken über großzügig dimensionierte Straßen. Die aktuellen Umleitungsstrecken führen allesamt über für den Schwerlastverkehr völlig ungeeignete Wege und Ortschaften wie bspw. Daxweiler, Stromberg, Schweppenhausen, Windesheim, Waldlaubersheim oder Langenlonsheim.
Mit diesen drei einfachen und zudem wenig kostenintensiven Vorschlägen könnte ein deutlicher Zugewinn an Sicherheit und Lebensqualität für die Einwohner der VG Langenlonsheim-Stromberg erzielt werden und auch die Schäden an Hausfassaden, Umfriedungen, Gehwegen, Einlaufschächten, usw. ließen sich signifikant reduzieren.